Užhorod/Uschhorod ist mit ihrer mehr als tausendjährigen Geschichte eine der ältesten Städte in der Ukraine. Die Besiedlung von Užhorod datiert in die Bronze- und Eisenzeit zurück und bereits im 8. Jahrhundert war sie Zentrum des ostslawischen Stammes der Weißen Kroaten. Am Ende des 11. Jahrhunderts wurde es von den Ungarn erobert und blieb bis ins 19. Jahrhundert, als es Mitglied der Österreich-Ungarischen Monarchie wurde, unter deren Herrschaft. In den Zeiträumen zwischen den Weltkriegen war Užhorod die Hauptstadt der Kiewer Rus, dem östlichsten Teil der Tschechoslowakischen Republik und Ende des 2. Weltkrieges wurde es vom Sowjetischen Bund eingenommen.
Die Stadt liegt am Fluss Uhz/Usch, in einer ebenen Landschaft, aus welcher inmitten der Stadt der Hügel mit der örtlichen Dominante – der Burg aus dem 13. Jahrhundert – emporragt. Die ehemalige bischöfliche Burg dient jetzt als Museum der Flora und Fauna. An die Burg grenzt das Uschhoroder Freilichtmuseum an, das zu den größten Attraktivitäten der Stadt zählt. Im Schatten ausgewachsener Bäume wuchs hier ein Dorf wie in alten Zeiten. Ein Haufen hölzerner Hütten mit Beispielen der Innenausstattung der regionaltypischen Bauernhäuser, inmitten mit einem hölzernen Kirchlein mit Schindeldach, einer Schule, einer Schmiede, zwei Wassermühlen, Heuhütten, Bienenstöcken, Taubenhäusern – kurz mit allem, was dazu gehört, ist ein großer Anziehungspunkt für Touristen, deren Anzahl von Jahr zu Jahr steigt.
Das heutige Užhorod mit ihren mehr als 120.000 Einwohnern ist die größte Stadt von Karpato-Ukraine, Kreuzung von Handelswegen und berühmtes Handels- und Industriezentrum. Für die Entwicklung der Stadt sind vor allem die Branchen, die mit der Lebensmittelindustrie, der Herstellung von Möbeln und Spanmaschinen wichtig, neu wird mit einem wichtigen Industriezweig, dem Fremdenverkehr gerechnet.
Stolz der Stadt ist das Kultur- und Bildungssystem. In der Stadt befindet sich die staatliche Uschhoroder Universität, eine Hochschule für Informatik, Ökonomie und Rechtswissenschaft, eines der besten Gymnasien in der Ukraine, der Palast für Kinder und Jugendliche, eine Kunstschule, ebenso wie eine Menge an kulturellen und künstlerischen Verbänden, Bildhauern, bildenden Künstlern und weitere Künstler.
Unweit von Užhorod liegt auch das berühmte Koločava – Dorf des Räubers Nikola Suhaj mit einem Kirchlein mit typischem Zwiebelturm. Es gehört zu den größten, zieht sich über mehrere Kilometer durch das Flusstal der Terebla und ist ein beliebtes Touristenziel.